Verordnung
über die Beurkundungsgebühren

vom 24. November 1973*  

Das Obergericht des Kantons Luzern,

in Vollziehung der §§ 52 Absatz 2 und 63 Absatz 1 des Gesetzes über die öffentlichen Beurkundungen vom 18. September 1973, 1  

 

beschliesst:

 

A. Allgemeine Bestimmungen

§ 1         Gebühr

Die Urkundspersonen beziehen für die öffentlichen Beurkundungen die in dieser Verordnung festgesetzten Gebühren.

§ 2         Bemessung

1 Die Gebühr bemisst sich nach festen Ansätzen, nach dem Wert oder nach einem Gebührenrahmen.

 

2 Ist der Wert massgebend, so richtet sich die Gebühr nach den in Abschnitt B festgesetzten Bruchteilen.

 

3 Wo die Verordnung einen Gebührenrahmen aufstellt, sind für die Berechnung der Gebühr die Bedeutung und die Schwierigkeit der Sache, der Arbeitsaufwand und die Zeitdauer der Inanspruchnahme massgebend.

§ 3         Gegenstand der Gebühr

1 Die Gebühr ist das Entgelt für die Vorbereitungsarbeiten (Feststellen der Identität, Ermitteln des Parteiwillens, Entwerfen und Ausfertigen der Urkunde in Exemplaren für die Urkundsparteien, die Amtsstellen und den Notar, Prüfen eines dem Notar vorgelegten Entwurfes), für den eigentlichen Beurkundungsakt und die Anmeldung eintragungsbedürftiger Rechtsgeschäfte. 2  

 

2 In der Gebühr nicht inbegriffen sind:

a.    das Entgelt für weitere Vorbereitungsarbeiten, wie Parzellierungen (einschliesslich Bereinigung von Dienstbarkeiten), Pfandentlassungen, Baulandumlegungen durch privatrechtliche Vereinbarung, Verfassen von Nutzungs- und Verwaltungsordnungen für Stockwerk- oder Miteigentümergemeinschaften, Gesellschaftsstatuten und Sacheinlageverträgen;

b.   das Entgelt für Folgearbeiten, wie Ermitteln der vorkaufsberechtigten Personen und Mitteilung des Vorkaufsfalles, Einreichen einer Verfügung von Todes wegen zur amtlichen Aufbewahrung, Abklärungen im Hinblick auf Wertgrenzen und die Zustimmungsbedürftigkeit eines Rechtsgeschäftes, Einholen von Zustimmungserklärungen, Gesuche um Genehmigung eines Rechtsgeschäftes oder um Feststellung einer Behörde im Hinblick auf die Genehmigungsbedürftigkeit eines Rechtsgeschäftes, Gesuch um Schatzungsverteilung, Treuhandfunktionen beim Vollzug beurkundeter Geschäfte. 2  

 

3 Die Beurkundung aufgrund einer dem Notar in Reinschrift vorgelegten Urkunde hat keine Ermässigung der Gebühr zur Folge. 2 a  

§ 4         Erhöhung der Gebühr

Die Gebühr darf angemessen erhöht werden,

a.    wenn mit einer Beurkundung wiederholte Verhandlungen oder ein aussergewöhnlicher Zeitaufwand verbunden sind;

b.   wenn die Urkundsperson ausserhalb der üblichen Geschäftszeit oder ausserhalb des Büros beansprucht wird.

§ 5         Herabsetzung der Gebühr

Die Gebühr ist angemessen herabzusetzen,

a.    wenn die öffentliche Beurkundung nicht zum Abschluss gelangt;

b.   wenn ein Notar im gleichen Sachzusammenhang zahlreiche gleichartige Rechtsgeschäfte zu beurkunden hat.

§ 6         Vorvertrag

Die Gebühr für die Beurkundung eines Vorvertrags richtet sich nach derjenigen für den Hauptvertrag. Wird dieser vom gleichen Notar beurkundet, so beträgt die Gebühr für den Hauptvertrag die Hälfte.

§ 7          Verlängerung eines zeitlich befristeten Vertrags

Die Gebühr für die Verlängerung eines zeitlich befristeten Vertrags beträgt einen Drittel derjenigen des ursprünglichen Vertrags.

§ 8         Mehrere Rechtsgeschäfte

1 Bei der Beurkundung mehrerer Rechtsgeschäfte in der gleichen Urkunde wird die Gebühr von jedem Rechtsgeschäft gesondert berechnet. Eine gesonderte Berechnung unterbleibt jedoch bei der gleichzeitigen Beurkundung nicht beurkundungsbedürftiger Rechtsgeschäfte, wie etwa bei der Begründung von beschränkten dinglichen Rechten in einem Grundstückkaufvertrag. 3  

2 Vorbehalten bleibt § 29 Absatz 2.

§ 9 4       Auslagen

Ausser der Gebühr hat die Urkundsperson Anspruch auf den Ersatz der notwendigen Auslagen (Porti, Telefontaxen, Reisespesen usw.) und der von ihr auf Honorar und Auslagen zu entrichtenden Mehrwertsteuer, soweit sie mehrwertsteuerpflichtig ist.

§ 10 5     Verzicht auf Vergütung

1 Die in dieser Verordnung festgelegten Gebühren dürfen in der Regel weder erhöht noch unterschritten werden.

 

2 Ausnahmsweise darf die Urkundsperson aus triftigen Gründen, die sie in ihrem Protokollbuch ausdrücklich zu nennen hat, ganz oder teilweise auf die Vergütung verzichten.

 

B. Tarif

 

I. Beglaubigungen

§ 11       Unterschrift, Handzeichen

1 Bei der Beglaubigung einer Unterschrift beträgt die Gebühr Fr. 30.–.

 

2 Bei gleichzeitiger Beglaubigung mehrerer Unterschriften auf demselben Schriftstück beträgt die Gebühr Fr. 30.– für die erste und Fr. 10.– für jede weitere Unterschrift. 6  

 

3 Dasselbe gilt bei der Beglaubigung von Handzeichen.

§ 12 7     Von Dritten hergestellte Kopien und Auszüge

Bei der Beglaubigung von Kopien (Abschriften, Fotokopien, Durchschlagskopien usw.) oder Auszügen (Buch-, Protokollauszügen usw.), welche der Urkundsperson vorgelegt werden, beträgt die Gebühr Fr. 20.– für die erste und Fr. 5.– für jede weitere Seite.

§ 13       Von der Urkundsperson hergestellte Kopien und Auszüge

1 Bei der Beglaubigung von Kopien und Auszügen, welche die Urkundsperson selbst hergestellt hat, beträgt die Gebühr Fr. 10.– für die erste und Fr. 2.– für jede weitere Seite. 8  

 

2 Das Erstellen der Kopien und Auszüge ist in dieser Gebühr nicht enthalten. 9  

§ 14       Übersetzung

1 Bei der Beglaubigung einer Übersetzung beträgt die Gebühr Fr. 30.–  für die erste und Fr. 15.– für jede weitere Seite. 10  

 

2 Stammt die Übersetzung von der Urkundsperson selber, so kann hiefür ein Zuschlag nach Zeitaufwand und Schwierigkeit berechnet werden.

 

II. Beurkundungen

 

1. Nach Zivilgesetzbuch 11  

§ 15 12   Stiftungen

Bei der Errichtung einer Stiftung unter Lebenden (Art. 81 ZGB) beträgt die Gebühr Fr. 500.– bis Fr. 3000.–.

§ 16 13   Ehevertrag

1 Bei Abschluss, Abänderung oder Aufhebung eines Ehevertrags (Art. 184 ZGB) beträgt die Gebühr Fr. 500.– bis Fr. 3000.–. Sind Grundstücke davon betroffen, kann die Hälfte der Gebühr gemäss § 21 berechnet werden, sofern dieser Betrag höher als Fr. 3000.– ist. 14  

 

2 Ist mit dem Abschluss oder der Abänderung des Ehevertrags ein Inventar über eingebrachtes Gut (Art. 197 und 198 ZGB 15  ) verbunden, so bezieht der Notar überdies die Gebühr nach § 17.

§ 17 16   Inventar

Bei der Aufnahme eines Inventars (Art. 195a ZGB) beträgt die Gebühr 17  

2 0/00 vom Inventarwert                                                                     bis Fr.       200 000.–

plus 1,5 0/00 vom Mehrbetrag über                                                          Fr.       200 000.–

                                                                                                          bis Fr.       500 000.–

plus 1 0/00 vom Mehrbetrag über                                                             Fr.       500 000.–

                                                                                                          bis Fr.    1 500 000.–

plus 0,2 0/00 vom Mehrbetrag über                                                          Fr.    1 500 000.–

mindestens Fr. 150.–.

§ 18 18   Gemeinderschaftsvertrag

Beim Gemeinderschaftsvertrag (Art. 336 ZGB) berechnet sich die Gebühr

a.    für die Begründung nach den Ansätzen des § 21;

b.   für die Abänderung auf Fr. 150.– bis 450.–;

c.    für die Aufhebung auf Fr. 100.– bis Fr. 200.–.

§ 19       Letztwillige Verfügung, Erbvertrag

1 Bei der öffentlichen letztwilligen Verfügung (Art. 499 ZGB) beträgt die Gebühr

a.    für die Errichtung

      2 0/00 vom Verfügungswert                                                          bis Fr.       500 000.–

      plus 1,50/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.       500 000.–

                                                                                                          bis Fr.    1 000 000.–

      plus 10/00 vom Mehrbetrag über                                                       Fr.    1 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.    5 000 000.–

      plus 0,30/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.    5 000 000.–

                                                                                            bis Fr.  10 000 000.–

      plus 0,20/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.  10 000 000.–

      mindestens Fr. 500.;

b.   für die Abänderung Fr. 150.– bis Fr. 2000.–;

c.    für die Aufhebung Fr. 150.– bis Fr. 300.–. 19  

 

2 Dieselben Ansätze gelten auch beim Erbvertrag (Art. 512 ZGB).

§ 20 20   Ausschluss der Aufhebung von Miteigentum

Bei der Vereinbarung über den Ausschluss der Aufhebung von Miteigentum (Art. 650 Abs. 2 ZGB) beträgt die Gebühr Fr. 200.– bis Fr. 500.–.

§ 21       Übertragung von Grundeigentum

1 Bei der Errichtung eines Vertrages auf Übertragung von Grundeigentum nach Artikel 657 Absatz 1 ZGB (Kauf, Schenkung, Tausch) beträgt die Gebühr

      3 0/00 der Vertragssumme                                                             bis Fr.       500 000.–

      plus 2,50/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.       500 000.–

                                                                                                          bis Fr.    1 000 000.–

      plus 20/00 vom Mehrbetrag über                                                       Fr.    1 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.    5 000 000.–

      plus 10/00 vom Mehrbetrag über                                                       Fr.    5 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.  10 000 000.–

      plus 0,20/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.  10 000 000.–

      mindestens Fr. 500.–. 21  

 

2 Die Gebühr berechnet sich nach dem Katasterwert, bei landwirtschaftlichen Grundstücken zuzüglich 3000/0 und bei vor 1994 geschätzten nichtlandwirtschaftlichen Grundstücken zuzüglich 2000/0, sofern im Vertrag keine oder eine niedrigere Vertragssumme angegeben ist. 21  

 

3 Bei der Übertragung von kleinen Grundstücken im Sinn von § 20 der Beurkundungsverordnung 22   beträgt die Gebühr Fr. 200.– bis Fr. 500.–. 21  

 

4 Bei einem Tauschvertrag ist die Gebühr von jedem Tauschgegenstand gesondert zu berechnen. 23  

§ 22 24   Eigentumsbeschränkung

Bei der Aufhebung oder Abänderung einer gesetzlichen Eigentumsbeschränkung durch Rechtsgeschäft (Art. 680 Abs. 2 ZGB) beträgt die Gebühr Fr. 200.– bis Fr. 500.–.

§ 23 25   Vorkaufsrecht bei Miteigentum und Baurecht

Bei der Vereinbarung über die Aufhebung oder Änderung des Vorkaufsrechts im Mit-eigentums- oder im Baurechtsverhältnis (Art. 682 Abs. 3 ZGB) beträgt die Gebühr Fr. 200.– bis Fr. 500.–.

§ 24 26   Stockwerkeigentum

Bei der Begründung von Stockwerkeigentum (Art. 712d ZGB) beträgt die Gebühr

      3 0/00 des Bodenwertes und der Baukosten                                 bis Fr.       500 000.–

      plus 2,50/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.       500 000.–

                                                                                                          bis Fr.    1 000 000.–

      plus 20/00 vom Mehrbetrag über                                                       Fr.    1 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.    5 000 000.–

      plus 10/00 vom Mehrbetrag über                                                       Fr.    5 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.  10 000 000.–

      plus 0,20/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.  10 000 000.–

      mindestens Fr. 500.–.

§ 25       Nutzniessung

1 Bei der Bestellung einer Nutzniessung (Art. 746 ZGB) beträgt die Gebühr Fr. 200.– bis Fr. 1000.–. 27  

 

2 Bei der Inventaraufnahme (Art. 763 ZGB) berechnet sich die Gebühr vom Inventarwert nach den Ansätzen von § 17.

§ 26 28   Wohnrecht

Bei der Bestellung eines Wohnrechts (Art. 776 ZGB) beträgt die Gebühr Fr. 200.– bis Fr. 1000.–.

§ 27       Baurecht

1 Bei der Begründung eines selbständigen und dauernden Baurechts nach Artikel 779a ZGB, allfällige Vereinbarungen nach Artikel 779e ZGB inbegriffen, berechnet sich die Gebühr nach den Ansätzen des § 21.

 

2 Als Vertragssumme gilt die Leistung des Bauberechtigten. Ist der Bauberechtigte zu periodischen Leistungen während bestimmter Zeit verpflichtet, höchstens aber 20 Jahre lang, so ist die Summe der Leistungen massgebend. Ist der Bauberechtigte zu periodischen Leistungen während unbestimmter Zeit oder länger als 20 Jahre verpflichtet, so ist der zwanzigfache Betrag der einzelnen Leistung massgebend.

 

3 Werden Vereinbarungen nach Artikel 779 e ZGB nicht im Vertrag über die Begründung eines selbständigen und dauernden Baurechtes getroffen, so beträgt die Gebühr für ihre Beurkundung Fr. 400.– bis Fr. 3000.–. 29  

§ 28       Grundlast

Bei der Errichtung einer Grundlast (Art. 783 ZGB) berechnet sich die Gebühr wie beim Grundpfand (§ 29), wobei auf den Gesamtwert abgestellt wird.

§ 29       Grundpfand

1 Bei der Errichtung eines Grundpfandes (Art. 799 ZGB) beträgt die Gebühr

      2 0/00 der Pfandsumme                                                                 bis Fr.       500 000.–

      plus 1,250/00 vom Mehrbetrag über                                                  Fr.       500 000.–

                                                                                                          bis Fr.    1 000 000.–

      plus 0,750/00 vom Mehrbetrag über                                                  Fr.    1 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.    5 000 000.–

      plus 0,50/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.    5 000 000.–

      mindestens Fr. 300.–. 30  

 

2 Werden in der gleichen öffentlichen Urkunde mehrere Pfandrechte errichtet, so berechnet sich die Gebühr vom Gesamtbetrag der Pfandsummen.

 

3 Bei der Erhöhung der Pfandsumme berechnet sich die Gebühr vom erhöhten Betrag nach den Ansätzen von Absatz 1 und 2.

 

4 Bei der Umwandlung, Aufteilung und Verlegung von Pfandrechten und bei der Pfandrechtserneuerung beträgt die Gebühr die Hälfte der Ansätze nach Absatz 1. 30  

 

5 Bei anderen Änderungen beträgt die Gebühr Fr. 200.– bis Fr. 500.–. 30  

 

Absatz 6 31  

 

2. Nach Obligationenrecht 32  

§ 30 33   Ersatz der Unterschrift

Bei der Beurkundung als Ersatz der Unterschrift (Art. 15 OR) beträgt die Gebühr Fr. 100.–.

§ 31 34   Erklärung nach Artikel 90 OR

Bei der Beurkundung einer Erklärung nach Artikel 90 OR beträgt die Gebühr Fr. 100.–.

§ 32 35   Kaufs- und Rückkaufsrecht

Bei der Begründung oder Übertragung eines Kaufs- und Rückkaufsrechts (Art. 216 Abs. 2 OR) berechnet sich die Gebühr nach den Ansätzen von § 21 (Übertragung von Grundeigentum).

§ 33 36   Schenkung dinglicher Rechte an Grundstücken

Bei der Schenkung dinglicher Rechte an Grundstücken (Art. 243 Abs. 2 OR) beträgt die Gebühr, soweit nicht die §§ 21, 28 und 29 anwendbar sind, Fr. 200.– bis Fr. 500.–.

§ 34       Schenkung auf den Todesfall

Bei der Schenkung auf den Todesfall (Art. 245 Abs. 2 OR) berechnet sich die Gebühr nach den Ansätzen von § 19.

§ 35 37   Bürgschaft

1 Bei der Errichtung einer Bürgschaft (Art. 493 Abs. 1 OR), bei der Erhöhung der Haftungssumme sowie bei der Umwandlung einer einfachen in eine Solidarbürgschaft (Art. 493 Abs. 5 OR) beträgt die Gebühr 20/00 des Haftungsbetrages, mindestens Fr. 300.–, höchstens Fr. 1000.–.

 

2 Sind vom gleichen Notar für dieselbe Schuld getrennt abgegebene Bürgschaftserklärungen einzeln zu beurkunden, so wird von der zweiten Beurkundung an für jede weitere zur Gebühr nach Absatz 1 ein Zuschlag von 250/0, mindestens Fr. 50.– erhoben. Der Gesamtbetrag der Zuschläge darf 1000/0 der Grundgebühr nicht übersteigen.

 

3 Die Gebühr für eine Beurkundung nach Artikel 493 Absatz 6 OR beträgt Fr. 300.–.

§ 36       Verpfründung

Bei der Errichtung eines Verpfründungsvertrags (Art. 522 OR) wird die Gebühr vom Vermögenswert nach den Ansätzen von § 21 berechnet.

§ 37 38   Aktiengesellschaft und Kommanditaktiengesellschaft

               a. Gründung

Bei der Gründung einer Aktiengesellschaft (Art. 629 OR) oder einer Kommanditaktiengesellschaft beträgt die Gebühr

      3 0/00 vom Grundkapital                                                              bis Fr.       500 000.–

      plus 2,5 0/00 vom Mehrbetrag über                                                   Fr.       500 000.–

                                                                                                          bis Fr.    1 000 000.–

      plus 2 0/00 vom Mehrbetrag über                                                      Fr.    1 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.    2 000 000.–

      plus 1,5 0/00 vom Mehrbetrag über                                                   Fr.    2 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.    5 000 000.–

      plus 0,5 0/00 vom Mehrbetrag über                                                   Fr.    5 000 000.–

                                                                                                          bis Fr.  10 000 000.–

      plus 0,2 0/00 vom Mehrbetrag über                                                   Fr.  10 000 000.–

      mindestens Fr. 1000.–.

§ 38       b. Kapitalerhöhung

1 Bei der Erhöhung des Aktienkapitals berechnet sich die Gebühr für die Beurkundung des Generalversammlungsbeschlusses nach den Ansätzen von § 37 und beträgt mindestens Fr. 500.–. 39  

 

2 Für die Beurkundung des Feststellungsbeschlusses des Verwaltungsrates beträgt die Gebühr Fr. 300.– bis Fr. 2000.–. 39  

§ 39 40   c. Kapitalherabsetzung

Bei der Herabsetzung des Grundkapitals beträgt die Gebühr für die Beurkundung betreffend Beschlussfassung und Statutenänderung (Art. 732 OR) Fr. 500.– bis Fr. 3000.–. Ist die Herabsetzung mit gleichzeitigem Ersatz durch neues Kapital verbunden, so bemisst sich die Gebühr nach den Ansätzen von § 38.

§ 40       d. Fusion

Bei der Fusion durch Übernahmevertrag (Art. 748 OR) berechnet sich die Gebühr vom Grundkapital der aufgelösten Gesellschaft, bei der Fusion durch Vereinigung (Art. 749 OR) vom Grundkapital der neuen Gesellschaft, und zwar in beiden Fällen nach den Ansätzen von § 37.

§ 41 41   e. Andere Beschlüsse

Bei Beschlüssen einer Aktiengesellschaft oder Kommanditaktiengesellschaft, auf welche die §§ 37–40 nicht anwendbar sind, beträgt die Gebühr Fr. 300.– bis Fr. 2000.–.

§ 42       Gesellschaft mit beschränkter Haftung

1 Bei der Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Art. 779 OR) und bei der Erhöhung ihres Stammkapitals (Art. 786 OR) berechnet sich die Gebühr nach den Ansätzen von § 37 und bei der Herabsetzung des Stammkapitals (Art. 788 OR) nach den Ansätzen von § 39. 42a  

 

2 Bei der Fusion von Gesellschaften mit beschränkter Haftung durch Übernahmevertrag oder Vereinigung gilt sinngemäss § 40. 42a  

 

3 Bei der Abtretung oder Teilung eines Stammanteils sowie bei der Verpflichtung zur Abtretung (Art. 791 Abs. 4, 795 OR) beträgt die Gebühr

      2 0/00 der Vertragssumme oder beim Fehlen einer
solchen des mutmasslichen Interessenwertes                             bis Fr.       200 000.–

      plus 1,50/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.       200 000.–

                                                                                                          bis Fr.       500 000.–

      plus 10/00 vom Mehrbetrag über                                                       Fr.       500 000.–

                                                                                                          bis Fr.    2 500 000.–

      plus 0,30/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.    2 500 000.–

                                                                                                          bis Fr.    5 000 000.–

      plus 0,20/00 vom Mehrbetrag über                                                    Fr.    5 000 000.–

      mindestens Fr. 200.–. 43  

 

4 Bei der Umwandlung einer Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung berechnet sich die Gebühr vom neuen Kapital nach den Ansätzen von § 37.

 

5 Bei anderen Beschlüssen beträgt die Gebühr Fr. 300. – bis Fr. 2000.–.42a  

§ 43 44   Gesellschaftsrechtliche Feststellungen

Die Gebühr für die Beurkundung gesellschaftsrechtlicher Feststellungen (Art. 734, 764 Abs. 2, 788 Abs. 2 und 874 Abs. 2 OR) beträgt Fr. 200.– bis Fr. 1000.–.

§ 44       Wechsel und Check

1 Beim Protest eines Wechsels oder Checks beträgt die Gebühr

a.    für die Abfassung der Urkunde (Art. 1037 OR), inbegriffen Abschrift und deren Aufbewahrung nach Artikel 1040 OR, 2 0/00 der Wechsel  oder Checksumme, mindestens Fr. 50.–;

b.   für die Vorweisung ohne Protestausfertigung bei einer Person Fr. 20.–, bei weiteren am gleichen Ort wohnhaften Personen je Fr. 10.–. 45  

 

2 Darüber hinaus kann, wenn der Wechsel oder Check mehr als einen Kilometer vom Büro entfernt vorgewiesen werden muss, für den Hin- und Rückweg eine Wegentschädigung von 50 Rappen je Kilometer berechnet werden.

§ 45 46   Anleihensgläubigerbeschlüsse

Bei Versammlungsbeschlüssen der Gläubiger von Anleihensobligationen (Art. 6 Ver-ordnung über die Gläubigergemeinschaft bei Anleihensobligationen 47  ) beträgt die Gebühr Fr. 500.– bis Fr. 3000.–.

 

3. Sonstige Beurkundungen

§ 46 48   Ziehungen

Die Gebühr für eine öffentliche Urkunde über die Ziehung von Prämienobligationen und Lotterien, über andere Auslosungen und über Wettbewerbe beträgt Fr. 150.– bis Fr. 1000.–.

§ 47       Eidesabnahme, Erklärung an Eidesstatt

Die Gebühr für die Beurkundung der Eidesabnahme oder der Erklärung an Eidesstatt beträgt Fr. 50.– bis Fr. 300.–.

§ 48 49   Sachbeurkundungen des kantonalen Rechts           

Für die Sachbeurkundung gemäss § 2 Absatz 1f des Beurkundungsgesetzes 49a   beträgt die Gebühr Fr. 100.– bis Fr. 1000. –.

§ 49  50   Andere Beurkundungen

Bei der Beurkundung von beurkundungsbedürftigen Geschäften, für die keine andere Gebühr vorgesehen ist, beträgt die Gebühr Fr. 100.– bis Fr. 1000.–.

§ 50       Nicht beurkundungsbedürftige Geschäfte

1 Bei einer von den Parteien verlangten Beurkundung nicht beurkundungsbedürftiger Rechtsgeschäfte beträgt die Gebühr

      2 0/00 der Vertragssumme oder beim Fehlen einer
solchen des mutmasslichen Interessenwertes                              bis  Fr.     200 000.–

      plus 1,50/00 vom Mehrbetrag über                                                     Fr.      200 000.–

                                                                                                           bis  Fr.      500 000.–

      plus 10/00 vom Mehrbetrag über                                                        Fr.      500 000.–

                                                                                                           bis  Fr.   2 500 000.–

      plus 0,30/00 vom Mehrbetrag über                                                     Fr.   2 500 000.–

                                                                                                           bis  Fr.   5 000 000.–

      plus 0,20/00 vom Mehrbetrag über                                                     Fr.   5 000 000.–

      mindestens Fr. 300.–. 51  

 

2 Besteht kein mutmasslicher Interessenwert, sind für die Berechnung der Gebühr die Bedeutung und Schwierigkeit der Sache, der Arbeitsaufwand und die Zeitdauer der Inanspruchnahme massgebend. 51  

 

C. Schlussbestimmungen

§ 51       Aufhebung bisherigen Rechts

Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung wird die Verordnung über die Beurkundungsgebühren vom 16. Dezember 1964 mit Änderungen vom 3. Mai 1967 und 10. Juli 1972 52   aufgehoben.

§ 52       Inkrafttreten

Die Verordnung tritt am 1. Januar 1974 in Kraft. Sie ist zu veröffentlichen.

 

 

 

 

Luzern, 24. November 1973

 

Im Namen des Obergerichtes

Der Präsident: Hübscher

Der Gerichtsschreiber: Lustenberger

 

 

 

Übergangsbestimmung der Änderung vom 23. November 1995

 

Die neuen Gebührenansätze gelten für Beurkundungen, die am Tage des Inkrafttretens (1. Januar 1996) oder später vollzogen werden. 53